06.06.2017

Jugend und Parlament 2017

HBF Berlin
Im Parlament
Im Parlament
Abgeordnete unter sich

Alles begann damit, dass sich die Tür zu den Jugendpressetagen für mich durch zu viele Anmeldungen geschlossen hatte und damit die Tür für das Projekt Jugend und Parlament 2017 geöffnet war. Durch das Wahlkreisbüro von Bärbel Bas würde ich eingeladen an diesem Projekt, bei dem ich und 314 weitere Teilnehmer als fiktive Abgeordnete im Bundestag wie echte Politiker agieren durften, teilzunehmen.

Nach mehr als 4 Stunden Fahrt kam ich also am Hauptbahnhof in Berlin an, orientierungslos. Zum Glück war ich nicht allein, denn durch Zufall setzte sich eine Teilnehmerin, die 2 Stunden später in den Zug einstieg, neben mich und durch Smalltalk erfuhr ich, dass sie auch an diesem Projekt teilnehmen würde. Also am Hauptbahnhof angekommen, welcher wirklich kein Vergleich zum Duisburger Hauptbahnhof ist, mussten wir den Weg zum Paul-Löbe Haus finden. Dieser war um die 10 Minuten lang und wir konnten das Ziel schon aus der Ferne sehen. Angekommen trennten sich unsere Wege, da es Eingänge für Mädchen und Jungen gab. Nach einem ausführlichen Sicherheitscheck, musste ich mein Gepäck bis zum Verlassen des Bundestages in einem Sitzungsraum lassen. Nun wurde ich einer fiktiven Partei zugeteilt nämlich der konservativen BBP (Bürgerlichen Bewahrungs-Partei), bei der ich die nächsten 4 Tage Abgeordneter war. Eingeteilt in meinen Ausschuss (Verteidigung), machte ich mich auf die Suche nach „Parteigenossen“, zugegeben bediente ich mich zunächst am köstlichen Buffet, welches jede Menge Leckereien zur Auswahl hatte. Ich fand eine Gruppe, die mich herzlich aufnahm, leider bis auf eine Ausnahme war keiner von der BBP, jedoch unterhielten wir uns gut und haben uns auf Anhieb verstanden. Neben mir saß sogar eine Teilnehmerin aus Duisburg, was wirklich unwahrscheinlich war, unter 315 Teilnehmern, bei denen ca. 2 aus jeder Stadt ausgewählt wurden. Wir unterhielten uns also eine Weile, dann jedoch fragte ich das andere Mädchen aus der BBP, ob wir nicht andere Mitglieder suchen sollten, sie stimmte mir zu und wir wurden schnell fündig, ich fand sogar direkt Personen aus meinem Ausschuss. Die Zeit verging, das Buffet war langsam leer und es war halb 6, wir wurden in unsere Parteigruppen gerufen (BBP Südwest) und in 25-30er Gruppen eingeteilt. Mit dieser Gruppe gingen wir also kurz für eine Begrüßung in den Plenarsaal und durften danach eine private Hausführung genießen, bei der uns wirklich viel gezeigt worden ist. Nach dieser Hausführung - worauf viele gewartet hatten - gab es endlich das Abendessen. Es war bescheiden, jedoch war die Aussicht in dem Restaurant wirklich wunderschön. Nachdem das Essen also beendet war, gingen wir gegen 21:15 in die Landesgruppen mit 25-30 Personen und stellten uns gegenseitig vor. Danach gegen 23 Uhr durften wir endlich in das Hostel, welches zwar seinen Zweck fürs Wohnen erfüllt hatte, sonst aber wirklich nur durch das kostenlose Wifi erträglich war.

Nach 4 Stunden Schlaf gab es Frühstück gegen 6 Uhr, direkt nach dem auch sehr bescheidenen Frühstück mussten wir sofort mit Hilfe der öffentlichen Verkehrsmittel zum Parlamentsgebäude anreisen – diesmal allein. Etwa um 8 angekommen, mussten wir nun eine Stunde warten, damit um 9 Uhr die Landesgruppensitzung begann, welche uns dann auf die große Sitzung der gesamten BBP vorbereitet hatte, mit unter anderem der Wahl eines Schriftführers. Nach der großen Sitzung mit vielen Erklärungen und Glückwünschen zur größten Partei, gab es wieder im selben Restaurant ein leckeres Mittagessen. Den restlichen Tag bis 20 Uhr verbrachten wir mit weiteren Sitzungen und zum Schluss mit dem Abendessen. Nachdem wir wieder im Hostel angekommen waren (gegen 21 Uhr), durften Teilnehmer unter 18 Jahren nur bis 24 Uhr das Hostel verlassen – Pech für mich. Nach Eintragen in die Anwesenheitsliste, konnte ich leider wieder nicht mehr als 4 Stunden schlafen. Am Montag war der Ablauf bis 10 Uhr relativ gleich, dann konnten wir mit dem Ausschuss zwischenparteilich diskutieren und unsere Meinung zum vorgegebenen Thema äußern. Wir hatten es sogar geschafft die anderen Parteien trotz ihrer Mehrheit zu überstimmen, wenn auch nur dadurch, dass einige der PGS und PEV auf der Toilette waren. Wir waren froh! Zur Belohnung, so nannten wir es, gab es wieder Mittagessen und danach durfte ich mit den Mitarbeitern des Büros von Bärbel Bas eine Pause von 2 Stunden verbringen, bei denen sie mir vieles zeigten. Dann gab es wieder eine Fraktionssitzung und wir mussten Taktiken entwickeln, wie wir die anderen Parteien, welche zusammen die Mehrheit hatte, dazu bringen konnten für uns zu stimmen, leider wie sich nachher herausstellte, relativ sinnlos. Als sogenannte „Entschädigung“, dass wir am Dienstag noch früher aufstehen sollten, gab es ein unglaublich gutes Abendessen, in dem Restaurant (Kasino des Jakob-Kaiser-Hauses), in dem sonst nur die Abgeordneten und deren Mitarbeiter aßen – für uns kostenlos.

Dienstag, der letzte Tag in Berlin, mit geteilten Gefühlen wusste ich, dass dies der letzte Tag im Bundestag sein würde. Gut, weil es wirklich anstrengend war, und schlecht, weil die Erfahrungen und Erlebnisse wirklich wunderbar waren. Um 9 Uhr begann also die Sitzung im Plenarsaal und wir versuchten so gut wie möglich mit unseren Meinungen zu überzeugen. Die Diskussion wurde im Parlamentsfernsehen ausgestrahlt und in einem Livestream. Um 12 Uhr gab es für viele Mittagessen, ich durfte während dieser Zeit die Abgeordnete der SPD von Duisburg kennenlernen, Bärbel Bas eine herzensgute Frau, die sich wirklich sehr für Duisburg und in ihrem Ausschuss (Gesundheit) engagiert. Danach war eine Podiumsdiskussion im Plenarsaal angesagt, bei welcher 4 stellvertretende Vorsitzende bzw. Vorsitzende der „CDU/CSU“, der „SPD“, von „Die Linke“ und von „Die Grünen“ anwesend waren. Diese Diskussion wurde von einem bekannten ZDF Moderator geleitet – Thomas Walde. Um 14 Uhr gab es ein Schlusswort des Bundestagspräsidenten und wir füllten einige Bewertungsbögen aus. Dann verabschiedeten wir uns und reisten alle einzeln ab. Wieder durch Zufall saß im Zug neben mir jemand, der sogar eine Haltestelle weiter musste als ich, und so unterhielten wir uns und spielten Karten, um die lange Fahrt zu überbrücken. Das Projekt war wirklich überwältigen und der einzige Grund, dass ich froh war wieder zurück zu fahren war, dass ich wirklich erschöpft war. Man glaubt gar nicht, wie schwer die Arbeit von Politikern ist, vor allem, wenn diese immer aus zum Beispiel Duisburg anreisen müssen. Ich kann für mich mitnehmen, dass Abgeordnete einen sehr stark psychisch belastenden Beruf haben und, dass das was im Fernsehen gezeigt wird, bei weitem nicht alles ist, was die Abgeordneten wirklich leisten.

19.06.2013

Politikunterricht live

Die Klasse 9b wird im kommenden Schuljahr eine Klassenfahrt nach Berlin unternehmen. Natürlich steht dann auch ein Besuch des Bundestags auf der Agenda. Vorab besuchte uns Bärbel Bas in unserer Schule.

Bärbel Bas, eine Bundestagsabgeordnete, die für die SPD arbeitet, war am 19.06.2013 für eine Stunde bei uns zu Besuch, um uns etwas über ihren Beruf zu berichten. Sie kam in unseren
GL-Unterricht und wir durften ihr Fragen stellen. Die meiste Zeit wurde gefragt, was sie in ihrer Vergangenheit gemacht hat (Jugend und Beruf) und wie es zu ihrer Entscheidung kam, Politikerin zu werden. Dadurch erfuhren wir, wie sie mit einem Hauptschulabschluss erst zur DVG ging, um sich dort dann weiterbilden zulassen. Sie hat verschiedene Berufe erlernt, bevor sie sich dann dazu entschied Gesundheitspolitikerin zu werden. Zur aktuellen Politik und zum Ablauf ihres Tages wurde sie auch befragt. All unsere Fragen hat sie sehr freundlich beantwortet.

Wir sprachen über das „Roma-Haus“ in Rheinhausen, weil uns dessen Zukunft Sorgen macht. Auch unterhielten wir uns über kostenlose Studien- und Kitaplätze, über ein Verbot der Parteien NPD und Die RECHTE, die doppelte Staatsbürgerschaft, Geldmittel für Duisburg, die Organspende und diskutierten heiß über die aktuelle Situation in der Türkei.

Wir haben uns sehr gefreut, dass Frau Bas bei uns war und haben sehr viel über Politik gelernt.

Zum Schluss gab es noch ein Gruppenfoto mit ihr, das fanden wir sehr nett von ihr.

Adriana, Buket, Charleen, Eda, Edin N., Janek, Melisa, Michelle, Seher (Klasse 9b)