Interview mit Yusuf Cabuk (Abitur 2015)

Yusuf, Du hast Dir ja einen sehr guten Abitur-Durchschnitt erarbeitet, der Dir alle Chancen im Berufsleben eröffnet, wie planst Du denn Deine Zukunft?

Über meine Zukunft mache ich mir trotz sehr gutem Abitur-Durchschnitt zu viele Gedanken. Ich bin jemand, der sich kaum entscheiden kann, ein großes Problem. Eins wusste ich immer schon: Ich möchte garantiert studieren. Die Frage, was ich studieren möchte macht mir jetzt nach dem Abitur noch Kopfschmerzen. Am meisten Gefallen finde ich am Studiengang „Medizinische Physik“. Es stellt einen guten Mix zwischen Medizin, Physik und Mathematik dar. Aber wer weiß, vielleicht wird ja doch noch ein Arzt aus mir.

Du warst von der Grundschule gar nicht so eingestuft worden, dass ein Abitur vorhersehbar war. Was ist in den Jahren an der HHG geschehen, dass Du so gut geworden bist?

Das stimmt, in der Grundschule wies ich mittelmäßige Leistungen auf. Woran es gelegen haben könnte, ist mir auch ein Rätsel, doch ich habe mich schon von Beginn an gut in den Unterricht einbringen können.
An der HHG wurde viel Wert auf ein gutes Klassenklima gelegt. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich mich als relativ ruhiger und zurückhaltender Schüler so zum Positiven entwickeln konnte.
Aber eins muss ich zugeben: an der HHG wurde ich von meinen Lehrern/innen in jeder Hinsicht gefördert, bis ich das Abitur bekommen habe. Hierzu nochmal meinen Dank an dieser Stelle.

War es immer Dein Ziel, einen solchen Durchschnitt zu bekommen und hat es Dich viel Anstrengung gekostet?

Man zielt ja immer auf einen guten Durchschnitt ab, schließlich ist der Ehrgeiz dazu da, doch überraschend war es für mich auch. Äußere Faktoren bei diesem Gedanken spielen ebenfalls eine wichtige Rolle beispielsweise Eltern, die von ihrem Sohnemann gute Leistungen erwarten.
Nachdem ein solcher Durchschnitt in Sichtweite war, habe ich mich natürlich gefreut, aber die Leistungen auf so hohem Niveau beizubehalten, erforderte sehr viel Selbstdisziplin und Leistungsbereitschaft. Das kontinuierliche Lernen brachte mir dabei den größten Erfolg.
Erst als meine Lehrer und Freunde mich darauf aufmerksam machten, hatte ich die Motivation die 1,0-Marke anzustreben. So ist es dann auch gekommen.

Du bist schon seit der 10. Klasse der beste im Jahrgang. Wie hast Du es geschafft, niemals zum „Streber“ oder Außenseiter zu werden?

Über diese Frage musste ich zunächst etwas schmunzeln. Darüber habe ich vorher nie nachgedacht. Es gab immer ein paar Freunde, die mich spaßeshalber als „Streber“ bezeichneten und ich habe es immer mit Humor aufgenommen.
Ich denke es liegt einfach daran, dass ich immer versucht habe hilfsbereit zu sein und nicht arrogant zu wirken. Ich habe oft meinen Freunden bei ihren Hausaufgaben geholfen und auch des Öfteren mich mit meinen Klassenkameraden vor den Klausuren getroffen, um nochmal alles durchzugehen. Ich habe mich nie als Außenseiter von der Klasse distanziert. So haben sich viele Freundschaften gebildet und vertieft.
Außerdem hatte ich das Glück relativ viele Freunde noch von der Grundschule und der Sekundarstufe I zu haben.

Wenn Du einen Rat an die kleinen Schüler weitergeben solltest, was sagst Du ihnen?

Ich glaube, dass Vieles eine Sache der Einstellung ist. Man muss den starken Willen aufrecht halten. Die Zeitaufteilung für Persönliches und Schulisches sollte dementsprechend gut überdacht werden. An der einen oder anderen Stelle muss man Abstriche machen und Prioritäten setzten. Es hört sich banal an, doch mein Rat lautet nach dem Motto: Von Nichts kommt Nichts!

Interview mit Mara Luther (Abschluss der Sekundarstufe I 2015)

Mara, du hast dir ja ein sehr gutes FORQ-Zeugnis erarbeitet, das dir alle Chancen im Berufsleben eröffnet, wie planst du denn deine Zukunft berufsmäßig?

Ich möchte auf jeden Fall in die Oberstufe und dann studieren. Und zwar möchte ich BWL bezogen auf Betriebsführung studieren und dann mit meiner Schwester als Team die Firma von meinem Vater übernehmen und leiten.

Um BWL zu studieren, braucht man ja aber keinen so tollen Schnitt, wie du ihn erreicht hast. Warum strengst du dich denn dann trotzdem so an?

Ich strenge  mich gar nicht so an, sondern eigentlich mache ich nur das, was die Lehrer von mir verlangen. Es war überhaupt nicht mein Ziel, einen solchen Schnitt zu bekommen.

Und Medizin oder ein anderes Fach, bei dem man den Numerus Clausus braucht, interessiert dich nicht?

Bisher wirklich noch nicht. Man sollte immer das im Berufsleben machen, was einen interessiert und Spaß macht, und nicht das, was gerade „in“ ist.

Wenn man so gute Noten hat, wird man dann nicht zu einem Außenseiter in der Klasse?

Nein, ich nicht, weil ich nicht das Auftreten eines Strebers habe, und die guten Noten  nicht raushängen lasse und angebe.

Du hast ja auch als Patin immer wieder 5er-Schüler betreut, was hast du ihnen bezogen auf die Schule geraten?

Ich habe gesagt, sie sollten sich für die Schule auch anstrengen und nicht denken, dass sie durch schlechte Noten „cooler“ sind. Vielleicht sind sie es am Anfang, aber irgendwann wird der Punkt kommen, an dem sie ihre Noten bereuen werden. Sie lernen schließlich nur für sich und ihre Zukunft.

Mara, ich bedanke mich für dieses Interview und wünsche dir für die Oberstufe, die Wahl der richtigen Kurse und insgesamt viel Erfolg.  (Das Interview führte Herr Derksen.)