Gemeinsam lernen

Geschichte und Praxis des gemeinsamen Lernens

 

Die Gesamtschule macht eine Unterscheidung nach Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten überflüssig. Sie ist also, wie vor ihr schon die Grundschule, eine Schule für alle Kinder. Diese Idee ist durchaus nicht neu, sondern wurde bereits im 17. Jahrhundert, z. B. von dem bekannten Pädagogen Comenius, entwickelt. Der preußische Schulreformer Wilhelm von Humboldt arbeitete bereits Anfang des 19. Jahrhunderts konkrete Pläne aus, die er jedoch nicht durchsetzen konnte. In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Verwirklichung dieser Idee fortgesetzt, als ab 1968 Gesamtschulen entstanden. Diese Entwicklung war zuvor auch in anderen europäischen Nachbarstaaten, z.B. Großbritannien, Frankreich und den skandinavischen Ländern, zu beobachten. In Nordrhein-Westfalen wurde die Gesamtschule 1981 zur gleichberechtigten Regelschule erklärt. Seit 1982 erkennen die Kultusminister aller Bundesländer die Abschlusszeugnisse der Gesamtschule als gleichwertig mit denen der traditionellen Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium an. Seitdem stieg die Zahl der Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen und damit auch in Duisburg stark an. Immer mehr Eltern erkennen das Bestreben der Schule an, ihr pädagogisches Konzept so zu gestalten, dass sie sich an alle Schülerinnen und Schüler richten kann, gleich welchen Abschluss sie anstreben. Schließlich ist die Gesamtschule daher 2011 in NRW auch zur Mutter der Sekundarstufensschule geworden, in der die Idee des gemeinsamen Lernens genau wie in der Gesamtschule die konzeptionelle Grundlage bildet. Eine Zusammenarbeit von Sekundarstufenschule und Gesamtschule ist daher geradezu natürlicher Weise gegeben, was sicher dazu führen wird, dass viele Sekundarstufenschüler mit der entsprechenden Qualifikation in die Oberstufe der Gesamtschulen wechseln werden.

Diese Seiten nun sollen Sie über die Besonderheiten, Angebote und Möglichkeiten informieren, die Eltern, Schülerinnen und Schüler an der Heinrich-Heine-Gesamtschule erwarten. 
Gesamtschulen wollen und müssen - wie alle anderen Schulformen auch -Fachwissen vermitteln. Sie wollen den Kindern aber nicht allein Fachwissen beibringen, sondern auch Möglichkeiten zu sozialem Lernen schaffen, dass alle miteinander statt gegeneinander oder allein lernen und arbeiten. 
Bei der Klassenbildung wird trotz Schwerpunktklassenbildung im Jg 5 und 6 darauf geachtet, dass die Klassen leistungsmäßig gemischt sind, also leistungsstärkere und leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler zusammen arbeiten, zusammen lernen und sich gegenseitig helfen. 
Unterricht in Gesamtschulklassen erfordert deshalb - wie auch schon vorher in der Grundschule - den Einsatz binnendifferenzierender Maßnahmen. Der Unterricht wird also hinsichtlich der Inhalte und Methoden so gestaltet, dass er auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Lernbedürfnisse der einzelnen Kinder Rücksicht nimmt und darauf eingeht. Das geschieht durch 

- zusätzliche Festigungs- und Übungsphasen,
- weitergehende Angebote und Anforderungen,
- Einsatz unterschiedlicher Medien,
- Partner- und Gruppenarbeit, z.T. im Helfersystem.

Neben dem Fachunterricht haben die Kinder in den Arbeitsstunden Gelegenheit, sich intensiv und in Ruhe mit Hausaufgaben und weitergehenden Übungsangeboten auseinander zu setzen und sich bei den betreuenden Lehrerinnen und Lehrern Hilfe zu holen. 
Über den Klassenunterricht hinaus gibt es zusätzliche Stunden zum Abbau fachlicher Defizite und allgemeiner Lernschwierigkeiten oder zur Förderung vorhandener Fähigkeiten. 
Im Bereich der Arbeitsgemeinschaften schließlich haben Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihren Wünschen und Interessen gemäß zu wählen. Schon bei der Anmeldung für die Klasse 5 legen die Eltern mit ihren Kindern einen bestimmten Schwerpunkt fest, der die Zugehörigkeit des Kindes zu einer Schwerpunktklasse und damit zu einer bestimmten AG für zwei Jahre bestimmt. Die Schwerpunktswahl ist eine reine Neigungswahl und legt kein Kind für die weitere Schullaufbahn fest. Ab Klasse 7 ist die weitere Wahl von AG’s dann freiwillig.

Wie sich die Schulwoche für ein Kind, das die 5. Klasse der Heinrich-Heine-Gesamtschule besucht, mit Fachunterricht, Arbeitsstunden, Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaften gestaltet, wird in dem Öffnet internen Link im aktuellen Fensterabgebildeten Stundenplan deutlich.